markus imboden

DER TOTE IN DER MAUER

Der Tagesspiegel
Kommissare im Duell
„Der Tote in der Mauer“, von Holger Karsten Schmidt geschrieben und von Markus Imboden in Szene gesetzt, ist ein dichtes Drama der Beklemmung. Niemand traut niemandem, das ist nicht nur dramaturgisch stimmig verfasst, sondern auch bestechend inszeniert. Die einzige Person, die überhaupt vertrauenswürdig ist, das ist die junge Polizistin Westermann, die sich zwischen allen Fronten und den beiden Kommissaren sieht. Diese innere Zerrissenheit drückt sich nicht nur in der von Anna Maria Mühe berührend gespielten Polizistin aus, sie scheint sich durch das ganze Personal des Films zu ziehen. Die subversive Atmosphäre des nicht Greifbaren, kontrastierend mit der naturalistischen Wald- und Wiesen-Landschaft, vermag sogar einen leichten Gruselschauer zu erzeugen. Ein intensiver Psychothriller, der Biografien verletzter Menschen auserzählt. Das ist selten genug. Thilo Wydra