markus imboden

AUF EWIG UND EINEN TAG

Frankfurter Allgemeine Zeitung FAZ
Präzise und mit Lust am stimmigen Detail führt Regisseur Markus Imboden durch die späten Siebziger, die Achtziger und Neunziger, verknüpft seine Szenen mit Bildern vom Hungerstreik in Stammheim, setzt auf Popsongs, Mode und Frisuren, um mit vielen Realitätspartikeln Stimmigkeit zu erzeugen. Atmosphärisch besonders stark gelingt ihm die Geschichte des wider Willen verlorenen Sohns namens Gregor und seines Fabrikantenvaters Luckner, die Henry Hübchen und erst Ludwig Trepte, dann Fritz Karl mit soviel Haßliebe und zerstörerischer Energie aufladen, daß sie ein intensives Eigenleben entwickelt. Fast, aber nur fast, sprengt sie den Erzählrahmen. Überhaupt zeichnet sich "Auf ewig und einen Tag" nicht zuletzt dadurch aus, daß er seinen superben Schauspielern viel Raum läßt, ihren Figuren Substanz und die konturenscharfen Lebensläufe zu geben, die am 11. September 2001 allesamt aufeinander zu- und gleichzeitig voneinander wegführen