markus imboden

STAHLNETZ: PSI

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.05.2002, Nr. 103, S. 47
Warte, warte noch ein Weilchen - Wunschtraumelegie: In "Stahlnetz: PSI" von Markus Imboden ist das Verbrechen dehnbar
... Es geht nicht um lärmende Verbrechen, eingebettet in einen opulenten Action-Rahmen, sondern um Menschen am Rande der Verzweiflung. Kein Schuß fällt, niemand vergießt Blut, und trotzdem gelingt dem Schweizer Regisseur Markus Imboden ein beachtliches Porträt von Menschen in der Krise, das den Schmerz ins Innere der Figuren lenkt und die zermürbende Kraft des stillen Terrors einfängt. ...Binnen neunzig Minuten entfaltet Imboden vier Lebenspläne, welche Spannung aus der Ratlosigkeit schöpfen. Das adelt diesen "Stahlnetz"-Fall, der sich gewissenhaft und ohne Eile in die Milieus vertieft. "PSI", so erfährt man am Ende, bezeichnet ein parapsychologisches Phänomen, das Tatsachen vorspiegelt, dort, wo dieser beklemmend realistische Krimi unterschwellig neue Fragen aufwirft. ALEXANDER BARTL