markus imboden

BELLA BLOCK - TOD EINES MàDCHENS

Süddeutsche Zeitung - 04.10.1997
Hoffnungslos gerecht
Rauf geht es meistens langsamer als runter. Da schleppt einer, wie bestellt, einen Kasten Bier in den zehnten Stock eines Wohnblocks und währenddessen fällt aus eben diesem Stockwerk ein junges Mädchen auf das Pflaster. ... Hannelore Hoger spielt Bella aus einer scheinbar unerschütterlichen Ruhe (kurz vor dem Ausbruch des Orkans) in eine große emotionale Bewegung – vergleichbar wie eine Simone Signoret. Diese vierte Bella-Block-Folge hat erzählerische und inszenatorische Einbrüche, aber die nehmen nicht die Spannung aus diesem sich langsam öffnenden Blick in die Tiefen des menschlichen Abgrunds. Und neben der Hoger spielt Martina Gedeck die alkoholkranke Mutter der Dreizehnjährigen, die anschaffen geht – fürs Nötigste – und den Wodka, weil ohne den das Leben nicht auszuhalten ist. Die Gedeck spielt da den Traum von einem besseren Leben, der noch in den fahrigsten, schrägsten, kaputtesten Gesten zappelt – auch das ist ein schauspielerisches Glanzlicht.