markus imboden

 

Originell verquickt Markus Imbodens schräge Nordsee-Variante von „High Noon“ Elemente aus Thriller und Komödie. Ein ungewöhnlichesSpiel mit dem Genre, das brillant seinen makabren, ja mitunter geschmacklosem Humor mit Bildern einer touristischen Idylle zwischen Reetdachhaus und Dünenhafer und frech-trockenen Dialogen konterkariert. Wenn hier eine Postbeamtin erschossen wird, lautet der Kommentar des Polizisten unsentimental: „Damit ist wenigstens das Postgeheimnis wiederhergestellt.“

Innovativ, verspielt und enorm einfallsreich bereichert „Mörder auf Amrum“ die mitunter eingefahren Formen üblicher Fernsehkrimis, die sich im Koordinatenetz zwischen sozialer Befindlichkeit und inhaltlichen Zwängen verfangen.

Eine moderne Handlung, die um das Zeugenschutzprogamm einer jungen Moldawierin zum Schutz vor der Russen-Mafia kreist, eine spannungsreiche Inszenierung mit Tempo, skurrile Charaktere (alle gespielt von herausragenden und gut geführten Schauspielern), das pfiffige Drehbuch von Holger Karsten Schmidt, das munter Volten schlägt, ein liebevolles und (äußerst) überraschendes Ende: „Mörder auf Amrum“ ist mit seiner unbekümmerten Respektlosigkeit dem Genre gegenüber ein Glückfall. - Herzlichen Glückwunsch!